Geschichte und Wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde

Die Entstehung der Gemeinde Krásná wird mit der walachischen Besiedlung der Beskiden in Zusammenhang gebracht. In manchen Fällen wurden durch die Besiedlung der Bergtäler und Abhänge, die alten Gemeinden erweitert, andermal sind neue Gemeinden durch Koppelung der alten zerstreuten Bergwiesen entstanden. Irgendwann in den 30-er Jahren des 17. Jahrhunderts entstand auf ähnliche Art auch Krásná. Jakub Brantál und Adam Knechtek haben mit der Einwilligung der Obrigkeit den Wald gerodet und sich auf den neuen Plätzen niedergelassen. Das wurde im ersten Grundbuch des Ortes Krásná im Jahre 1639 eingetragen und dieses Jahr kann man als den Beginn der selbstständigen Existenz des neuen Dorfes betrachten.

Einer Legende nach, hat eine Adelige aus dem Schloss Frýdek, welche bei einem Aufenthalt hier eine wunderschöne Aussicht über ihre ganze Herrschaft bis an ihr Schloss Frýdek hatte, dem Ort Krásná den Namen gegeben.

Wenn sie gefragt worden ist, wohin sie so oft fahren würde, hätte sie geantwortet: „ Ich fahre nach Krásná“. Manche Heimatkundeforscher neigten aber eher dazu, dass der Name von “Kroseň“ (Webstuhl) abgeleitet wurde. Sprachwissenschaftler haben eine andere Erläuterung hervorgebracht, der Name kommt aus dem altslawischem Karstes = Kraut (krast – chrást).

Egal woher der Name auch kommen mag, den Einfluss der Obrigkeit auf die Entstehung der Gemeinde kann man unmöglich in Frage stellen. Die Obrigkeit hat die Besiedlung der alten verwüsteten Wirtschaften und unbewohnten Stellen beträchtlich unterstützt. Den Ansiedlern wurde die Robot oft verziehen und auf jährliche Zahlungen umgewandelt. Die Zahl der Ansiedler ist so stetig gestiegen. Im Jahre 1664 waren es schon in Krásná 24, hundert Jahre später, im Jahre 1770. Durch die Topografie von Reginald Kneifel, wurden im Jahr 1803 in Krásná in 75 Häusern 473 Bewohner gezählt. Die Existenzbedingungen in den Bergen waren dabei nicht einfach. Kneifel vermerkte, dass das bewirtschaftete Land nur zum Anbau von Roggen und Hafer geeignet war. Die absolute Mehrheit der Gemeindeflächen wurde noch dazu durch Weiden, Ödland und Wiesen bedeckt und nur ein kleiner Bruchteil konnte als Ackerland und Gärten genutzt werden. Aber gerade Weiden, Wiesen und Ödland boten Futter fürs Vieh, welches grundlegender Broterwerb der hiesigen Bewohner war. Die Walachen haben mit ihren Kühen die Bergweiden völlig besetzt, und deshalb kamen in hiesigen Beskiden keine Hirsche vor. Dafür bewegten sich hier Bären, Luchse, Wölfe, Wildschweine, Rehe, Füchse, Marder, Auerhähne, Haselhühner, Rebhühner, Tauben, Drosseln, Habichte, Sperber und andere Vogelarten. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts hat sich die Sennwirtschaft auf die Zucht von Schaffen und Ziegen umgestellt. Aus den Schafen konnte man außer Milch auch Wolle gewinnen, welche zum bedeutenden Exportwarengattung Exportartikel geworden wurde.

Eine weitere Möglichkeit des Erwerbs hat der Wald angeboten, wo man Holz fällen konnte. Zu den Robotpflichten gehörte vor allem die Waldarbeit. Das Gewohnheitsrecht, das Walachen von Robot auf dem Ackerland befreite, verpflichtete sie nur zur Abgabe von Naturalien und geldlichen Zahlungen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hat die Sennwirtschaft nicht mehr den erwarteten wirtschaftlichen Erfolg gehabt, deshalb hatte die Obrigkeit immer größeres Interesse an der Entwicklung von Eisenherstellung, welche einen großen Bedarf an Holz hatte. Schon zur Wende des 17. und 18. Jahrhunderts wurde das örtliche nicht gerade hochwertige Erz, das im Gebiet Krásná gewonnen wurde, in Staré Hamry oder Janovice und Morávka verarbeitet. Den größten Erfolg hatte die Eisenindustrie in Baška, in Tesch Ustroň und in mährischem Frýdlant erlebt.

Diese Betriebe haben zum Schmelzen des Erzes entweder direkt Holz oder Holzkohle benutz, so dass die Nachfrage nach diesem Artikel gewachsen ist. Die Obrigkeit hat sich bemüht, die Sennwirtschaft zu begrenzen und die Wälder, welche durch die lange Ära der Sennwirtschaft abgeholzt wurden, wieder neu aufzupflanzen.

Die Bevölkerung von Krásná hat sich aus eigener Kraft ernährt. Man hat Sommerroggen und Hafer angebaut, auf besseren Flächen auch Winterrogen und Klee. Die Halmfrüchte wurden in zwei örtlichen Mühlen zu Mehl verarbeitet. Den größten Erfolg unter den Pflanzen haben hier allerdings die Kartoffeln erreicht. Man hat hier auch Kohl, Flachs, Gerste, Weizen und verkümmerte unveredelte Obstbäume angebaut. Zum Ackerbau wurde ein einfacher Pflug oder Bergharke benutzt, zum Eggen eine Egge mit eisernen Zähnen und zu weiteren Arbeiten Schaufeln, Kartoffelschlendern, Sicheln, Hacken, Harken und andere Werkzeuge zum Getreidedreschen. Die Rentabilität und nicht einmal die Qualität der Erzeugnisse waren hoch. Nur die Kartoffeln waren als mittelhochwertig bewertet.

Eine wichtigere Stelle im Lebensunterhalt der Bewohner von Krásná spielte Vieh- und Schafzucht, derentwegen hier auch Ställe eingerichtet wurden. Die Schafe waren in einer Gemeinschaftszucht, während die übrigen Arten des Viehs bereits jeder für sich gezüchtet hat. Für weitere Zucht und Milcherzeugung hat man Rinder gehalten, fürs Gespann Pferde und für Fleisch, Speck und Schmalz Schweine. Die Haltung von Hühnern, welche wegen der Eier und Federn gehalten wurden, ist stark gesunken.

In der Gemeinde befand sich eine Säge, welche Klotzholz und Holzplatten für den heimischen Bedarf produziert hat. In viel größerem Ausmaß wurde das Holz zu den Sägewerken in Raškovice, Staré Město oder woanders hin geflößt, wozu die Bäche Mohelnice, Jestřábí, Zimný, Travenský und Sihly (Sihelský) und dann auch der Fluss Morávka von Raškovice benutzt wurden. Das Holz wurde als Baumaterial und Brennstoff gebraucht, z.B. in Skalice, Frýdek oder in Eisenhütten in Lipina (Lískovec). Die Bäche dienten ebenfalls auch zur unerheblichen Fischzucht, hauptsächlich von Forellen, aber Besitzer war die Obrigkeit aus Frýdek, welche sie verpachtet hat. Die Fische wurden hier schon in der Vergangenheit für die Schlosstafel gezüchtet.

Auf den Tischen der Einwohner von Krásná gab es meistens Kartoffeln und Kohl, an den Sonntagen etwas Fleisch, ab und zu auch Gerichte aus Mehl, und zwar verschiedene Getreidebreie. Sehr selten Roggenbrot, dafür wurde oft ein Kuchen aus Hafermehl und Kartoffeln gebacken, so was wie Kartoffelpuffer. Im hohen Maß wurden verschiedene Arten von Destillaten getrunken, was selbstverständlich zum Wachstum von Alkoholismus beigetragen hat, diese Branntweine zum Teil aber auch zur Gesundheit des Volkes beigetragen haben, sowohl als volkstümliches Medikament, vor allem aber als ein sehr kalorienreiches Genussmittel. Bei schwerer Arbeit lieferte Speck, Schmalz, Fett und gerade der sehr leicht zugänglichen Spiritus die notwendigen Kalorien. Die ganzen Nutzpflanzen wurden Aufgrund des schwachen Ertrags von Feldern allein von den Einheimischen verzehrt und meistens musste noch nachgekauft werden.

Auf den Markt gingen sie hauptsächlich mit Vieh und Wollprodukten. Zum wichtigsten Marktzentrum in der weiteren Umgebung wurde die Stadt Místek, wohin auch die Bewohner von Krásná gegangen sind.

Nach der Leibeigenschaft kam auch die Auflösung von Untertänigkeit und Robot (1848) näher und damit ist die alte Anordnung gefallen. Der letzte Vogt von Krásná wurde Martin Rusina. Der Vogt war sozusagen der Rechtsanwalt der Obrigkeit in der gegebenen Lokalität. Die Vögte von Krásná waren nicht erblich und auch nicht frei, je nach Erwägung der Obrigkeit. Bei dem Jahrmarkt mussten sie am Schloss von Frýdek mit einer Amselwaffe stehen, sie mussten bei den Frondiensten anwesend sein und die verbindlichen Zahlungen leisten.

Die Population des Dorfes Krásná ist seit ihrer Gründung stetig gewachsen, obwohl die Region von Těšín gerade in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine sehr starke Hungerkrise getroffen hat. Die Missernte hat eine Epidemie der Durchfallerkrankungen wie Cholera, Typhus und Ruhr gefolgten Hungersnot hervorgerufen. Den Höhepunkt hat die örtliche Population im Jahr 1880 (1882 Bewohner) erreicht, aber dann hat sich die Migration anlässlich der Arbeitsuche in den neuen Industriezentren – Textilfabriken in Frýdek – Místek, Raškovice, in das Hüttenwerk und Walzwerk in Lískovec, Baška, in die Kohle und Hüttenindustrie in der Region von Ostrava bemerkbar gemacht.

Im Jahre 1900 wurden in Krásná nur noch 39 Schafe gehalten. Die Almhütten, welche immer noch im Besitz des Erzfürsten Albrechts wahren, unterlagen dem immer ständig steigenden Druck der Wirtschaft und der Obrigkeit aus Frýdek. Die Bewohner fanden neue Betätigung in der Gastwirtschaft und im Gewerbe – Sägewerk, Kolonialhandlung, Gasthäuser und Ausschank, Krämerei, Müllerei und Lohgerberei.

Die größere Migration, Tourismus und neue Kommunikationsmitteln haben die Verbindung zur übrigen Welt verbessert. Schon in den 40-er Jahren wurde mit dem Ausbau der "Kommerzielstraße" (Handelstraße) nach Ungarn begonnen, welche entlang des Baches Mohelnice führte. Außer dieser Landstraße hatte Krásná die Verbindung über mittelmäßig befahrbare Wege zu anderen Gemeinden Lubno, Janovice und Raškovice. Alle Verbindungswege dienten hauptsächlich zu Fuhrmannsgeschäften. Die Elektrifizierung der Gemeinde wurde erst in der sozialistischen Ära durchgeführt und einige Teile der Gemeinde waren erst in den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts an Strom angeschlossen. Im Zeitverlauf hat sich die Busbeförderung auf der Busstrecke aus Místek über Baška, Pražno, Lubno, Bystrá bis zu Krásná entwickelt, ab 1.5.1929 wurde sie bis Visalaje verlängert.

Mit der Fuhrmannsfuhre wurde auch die Post befördert, über die Gemeinde hat sie aber ein Gemeindebote verteilt. Erst im Jahre 1921 wurde in Krásná ein vom Staat bezahlter Briefträger bestellt. Wegen der Großräumigkeit der Gemeinden wurden für den Postdienst noch zwei Frauen eingestellt. Eine Telefonverbindung hat sich erst im Jahre 1896 die Forstverwaltung eingerichtet.

In den 40-er Jahren des 19. Jahrhunderts waren alle Gebäude in der Gemeinde aus Holz, niedrig, gedrückt und mit Schindeln bedeckt. Sie bestanden aus einer Stube (Wohnraum) und einer Kammer zur Lagerung von Werkzeugen und Nahrungsmitteln. Manchmal wurde statt der Kammer direkt ein Stall, weil es keine weiteren Räume oder Gebäude gab. In einem Haus drängten sich durchschnittlich 9-10 Bewohner zusammen, zum Jahr 1910 aber um die Hälfte weniger, also 4-5. Durch den Sturz der obrigkeitlichen Herrschaft wurden die Verhältnisse für die Angelegenheiten von Hausbau gelockert, weil die Ansiedler die Obrigkeit nicht mehr um Bewilligung bitten mussten. Eine Reihe von jungen Familien hat dazu noch die Gelegenheit, in die neuen Industriezentren auszuziehen, genutzt. Die Anzahl der Häuser mit mehreren Räumen ist gestiegen, d. h. Mehrgenerationshäuser, gleichzeitig ist die Fruchtbarkeit der Familien gesunken. Noch im Jahre 1970 war mehr als die Hälfte der Gemeindehäuser aus Holz (176), aus Ziegeln waren 132 und 2 aus Stein. 10 hatten keinen elektrischen Strom und keine Wasserleitung, 125 hatten nur Strom, 176 Strom und Wasserleitung und eines auch noch Gas dazu.

Die Leute haben sich meistens selbst mit Kräutern und verschiedenen Trunks geheilt und erst wenn es ihnen ganz schlecht ging, haben sie einen volkstümlichen Heilpraktiker aufgesucht. Im Jahre 1894 hat Krásná eine Subvention von 100 Goldmünzen erhalten um ein "epidemisches Krankenhaus" einzurichten, welches zum Zufluchtsort der alten und armen Mitbürger wurde, mit der Zeit wurde der Name auf "kommunale Armenanstalt" geändert.

Bis zum Jahre 1928 hielt sich der nächste Bezirksarzt in Dobrá auf. Im selben Jahr hatte Dr. Alfons Juroš seinen Dienst in Raškovice angetreten und seine Frau wirkte als Dentistin.

Der erste Weltkrieg griff in das Leben der Gemeinde durch die Berufung der jungen Männer und auch durch die immer größeren Nahrungsmittelabzüge ein. Die Kriegsverluste wurden auf insgesamt 40 Tote festgestellt. Einige Bewohner von Krásná sind in tschechoslowakische Legionen eingetreten und kämpften an der russischen und italienischen Front.

Die Nachkriegsentwicklung der Wirtschaft hat sich auf der wachsenden Anzahl der Bewohner ausgewirkt. Jedoch die politische Aktivität der Bürge hat sich schnell entwickelt. In das Abgeordnetenhaus haben die Bewohner von Krásná in den Jahren 1929 und 1935 außer den Sozialdemokraten, Volkspartei, Agrarier und Kommunisten auch in geringerem Maß National Sozialisten, National Demokraten, gewerbliche Partei, National faschistische Partei und im Jahre 1929 sogar Hlinkas Volkspartei (Ludová Seite) gewählt. Jedes Mal hat zwar die Sozialdemokratie gesiegt, aber vor allem nach der Wirtschaftlichen Krise im Jahre 1935 ist die Unterstützung der Kommunistischen Partei Tschechiens wesentlich gestiegen.

Die Zeit des 2. Weltkrieges haben die Einwohner von Krásná in relativer Ruhe in der beschaulichen versteckten Berggemeinde im Protektorat überlebt. In der markanten Überzahl der tschechischen Bevölkerung konnten sich in keinem Ausmaß irgendwelcher deutschen Bemühungen durchsetzen und auch keine fanatischen Deutschen tauchten hier auf. Am Kriegsende, in den ersten Mai Tagen, erlebten die Bürger von Krásná einen chaotischen Rückzug von einer großen Menge deutscher Soldaten von Pražmo in Richtung Bystré. Die Gemeinde wurde am 5. 5. 1945 befreit.

In der neuen politischen Nachkriegssituation haben die Sozialdemokraten zu Gunsten der Kommunisten an Unterstützung beträchtlich verloren.

Nach dem Jahre 1945 hat die Gemeinde eine weitere Auswanderungsflut erlebt. Aus Krásná hat sich in der Zeit des Kommunismus ein Erholungsgebiet entwickelt und hauptsächlich in den 7-er und 80- er Jahren hat die Besiedlung durch die Wochenendhäuser zugenommen. Zum 1. Januar 1989 hatte die Gemeinde 665 Bewohner, 339 Hausnummern, aber 579 Wochenendhausobjekte, von denen nur 12 ständig bewohnt wurden.

Die Auswanderung wurde durch den Mangel von Arbeitsmöglichkeiten direkt im Ort beeinflusst. 339 Personen fuhren der Arbeit hinterher. Die meisten wurden in der Industrie, im Forstwesen, im Verkehr und Kommunikation, JZD (Bauerngesellschaften) u s. w. eingestellt. Begreiflicherweise hat die stark landwirtschaftlich eingebundene Gemeinde die Kollektivierung zur Wende der 50-er zu den 60-er Jahren ziemlich betroffen. Im Jahre 1962 wurde mit dem Aufbau eines Kuhstalls, im Jahr 1965 eines Druschzentrums und ein Jahr später mit dem Bau der Schächte für Silofutter begonnen. Am Ende der 60-er Jahre hat die Genossenschaft einen Stall für Jungvieh aufgebaut und die Landstraße um die genossenschaftlichen Objekte herum asphaltiert.

Zum 1. Januar 1980 wurde die Zusammenlegung der Gemeinden bewilligt, Krásná wurde ein Teil der Gemeinde Morávka, als Morávka 5 – Krásná.

[eingefügt: 19. 09. 2007]


Das Projekt wurde mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union realisiert.
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